Von der Ackerfläche zur artenreichen Streuobstwiese

21.630 € von 105.000 € ausfinanziert von 105.000 € ausfinanziert
20,6 % finanziertfinanziert
11 € entsprechen einer Naturprämie und dem Schutz von einem Quadratmeter Fläche 1 Naturprämie

Streuobstprojekt in Bönnigheim

Landwirtschaft
das ist der alt text für das linke Bild.
Die Projektfläche bei den ersten Pflanzungen
das ist der alt text für das rechte Bild.
Eine intakte Streuobstwiese besitzt viele Vorteile
Standort
Bönnigheim (Landkreis Ludwigsburg)
Projektzeitraum
2025 - 2040 (Minimallaufzeit)
Projektfläche
1,29 Hektar
Ökosystemleistungen
CO₂-Bindung, Biodiversität, Erosionsschutz, Regionale Wertschöpfung, Kulturerbe
Maßnahmen
Pflanzung von 62 hochstämmigen Obstbäumen und 49 Sträuchern, Einsatz von Ammenbäumen, Wühlmausschutz
Voraussichtliche
CO₂-Speicherung
192 Tonnen über 50 Jahre

Streuobstwiesen verbinden landwirtschaftliche Nutzung mit hoher Artenvielfalt und sind Heimat für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig sichern sie den Erhalt regionaler und alter Obstsorten. Doch unsere Streuobstwiesen sind gefährdet: Überalterung der Bäume, fehlende Pflege und sinkende Zahlen von Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern führen zu einem raschen Verlust dieser einzigartigen Kulturlandschaft. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels wie längere Trockenphasen, Hitzewellen und Starkregen, welche die Bäume zunehmend unter Stress setzen. Dadurch drohen viele Streuobstwiesen zu verfallen oder gänzlich zu verschwinden.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt in Bönnigheim das Ziel, traditionelle Bewirtschaftungssysteme mit modernen Erkenntnissen zur Klimaanpassung und Biodiversitätsförderung zu verbinden.

Impressionen der Mitmachaktion am 24. April 2026
Praxiseinblick auf einer klimaresilienten Streuobstwiese

Ausgangssituation

Die Projektfläche bestand ursprünglich aus Grünland mit vereinzelten alten Obstbäumen. Diese Bäume befinden sich in einem fortgeschrittenen Alter und werden voraussichtlich in den kommenden Jahren absterben. Damit droht der Verlust wertvoller Strukturen für Artenvielfalt und Kulturlandschaft.

Ziel

Anlegen einer klimaresilienten Streuobstwiese mit hoher Artenvielfalt. Sie bindet Kohlenstoff, schützt den Boden, fördert das Versickern von Regenwasser und reguliert das Mikroklima. Zudem bieten die Bäume Lebensraum für zahlreiche Tierarten, somit wird ein vielfältiges Ökosystem geschaffen.

Maßnahmen

Auf 1,29 Hektar wurden im Herbst 2005 insgesamt 62 hochstämmige Bäume und 49 Sträucher gepflanzt. Das Projekt wurde gemeinsam mit Streuobstexperten nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und einem extern evaluierten Standard umgesetzt.

Unser Wirk-Nachweis

CO₂-Bindung

Durch die Pflanzung der hochstämmigen Bäume entsteht ein klimaresilientes Ökosystem, in dem langfristig CO₂ in Gehölz und Boden gespeichert wird. Mit dem Gegenwert von zehn Naturprämien werden ca. 175 kg CO₂ über 50 Jahre gebunden.

Floristische Vielfalt

Durch die Pflanzung von sieben hochstämmigen Baumarten und diverser Sträucher entsteht ein strukturreiches Ökosystem mit mehreren Vegetationsschichten und vielfältigen Mikrohabitaten.

Insektenvielfalt

Vielfältige Obstbaumarten mit gestaffelten Blühzeiten sichern von März bis Juni Nahrung für Bestäuber wie Wildbienen und Schmetterlinge. Alte Bäume bieten zusätzlich Lebensräume für Insekten und fördern so langfristig stabile Populationen von Bestäubern.

Erosionsschutz und Wasserspeicherung

Die Baumreihen schützen effektiv vor Winderosion. Die tiefen Wurzeln stabilisieren zudem den Boden, reduzieren Wassererosion und verbessern die Bodenstruktur. So steigt das Wasserspeichervermögen und Regenwasser versickert schneller.

"Unsere Streuobstwiesen wurden zum Teil vor 100 Jahren gepflanzt und die sterben gerade alle... ich wollte einfach etwas für die nächste Generation pflanzen.“

Vincent Fahrendorf, Flächenpächter und Landwirt

Kooperation und geprüfte Qualität

Zusammenarbeit zwischen Landwirten, ExpertInnen und Wissenschaft bewahrt Kulturlandschaften und traditionelles Wissen.

Gemeinsam mit regionalen Partnern

Die Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit StreuobstexpertInnen und dem Flächenbesitzer. Das Fachwissen der Partner ist entscheidend für die Auswahl geeigneter, regionaler und alter Obstsorten. Für die Pflanzung wurden ausschließlich Bäume aus lokalen, zertifizierten Baumschulen verwendet, um Qualität und Herkunft zu sichern.

Geprüft nach wissenschaftlichem Standard

Alle Maßnahmen folgen dem Standard der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg mit klaren Kriterien für Planung, Kontrolle und Transparenz. Über die gesamte Laufzeit erfolgen regelmäßige Monitorings von Vegetation und Boden, somit wird die Messbarkeit von Ökosystemleistungen gesichert.

Langfristige Qualitätssicherung

Um die jungen Obstbäume zu schützen, die Nährstoffversorgung zu verbessern und ihr Wachstum zu fördern wurden Erlen als Ammenbäume gepflanzt. Sie schützen dadurch die jungen Obstbäume, verbessern die Nährstoffversorgung und fördern das Wachstum. Auch nach der Pflanzung wird die Fläche fachlich betreut: Kontrollen zur Artenvielfalt, zum Baumzustand und zur CO₂‑Speicherung sichern die langfristige Qualität.

Kontakt

Andreas Härer
Referent Klimaschutzstiftung

Tel +49 (0) 711 248 476-31
haerer@bwstiftung.de