Vom Fichtenforst zum klimaresilienten Mischwald

35.900 € von 173.400 € ausfinanziert von 173.400 € ausfinanziert
20,7 % finanziertfinanziert
30 € entsprechen einer Naturprämie und dem Schutz von einem Quadratmeter Fläche 1 Naturprämie

Waldumbauprojekt in Hechingen

Wald
das ist der alt text für das linke Bild.
Die ersten Pflanzungen in Hechingen
das ist der alt text für das rechte Bild.
Der Wald erholt sich
Standort
Hechingen (Zollernalbkreis)
Projektzeitraum
2025 - 2045 (Minimallaufzeit)
Projektfläche
0,68 Hektar
Ökosystemleistungen
CO₂-Bindung, Biodiversität, Naturnähe, Habitat- und Strukturvielfalt, Klimaanpassung/Mikroklima
Maßnahmen
Pflanzung von 2.805 Bäumen, Anbringen von Schutzhüllen
Voraussichtliche
CO₂-Speicherung
285 Tonnen über 100 Jahre

Mit 38,4 % Waldanteil gehört Baden-Württemberg zu den waldreichsten Bundesländern. Doch die Fichte prägt mit 34 % aller Bäume noch immer das Waldbild – ein Problem, denn sie wurde oft außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets gepflanzt. Hitze, Trockenheit und Schädlinge wie der Borkenkäfer setzen diesen naturfernen Wäldern stark zu. Die Folge: großflächiges Absterben. Laut Bundeswaldinventur ist nur etwa die Hälfte der Wälder in Baden-Württemberg naturnah. Die übrigen Flächen müssen zu klimaresilienten Mischwäldern umgebaut werden, um ihre wichtigen Ökosystemleistungen langfristig zu erhalten.

Genau hier setzt unser erstes naturbasiertes Klimaschutzprojekt in Baden-Württemberg an. Der Umbau eines naturfernen Fichtenbestands in einen klimaresilienten Laubmischwald in Hechingen hat echten Vorbildcharakter für die Region. Entstanden in enger Kooperation von Wissenschaft und örtlichem Forst zeigt das Projekt, wie Klimaschutz, Biodiversität und regionale Partnerschaft ineinandergreifen – für einen resilienten, artenreichen Wald der Zukunft.

Ausgangssituation

Naturferne Fichtenbestände dominieren vielerorts noch das Waldbild Baden-Württembergs. Doch sie sind anfällig für Hitze, Trockenheit und Schädlinge. Das führt dazu, dass Fichtenwälder vermehrt absterben.

Ziel

Aufbau eines artenreichen, klimaresilienten Laubmischwalds mit Baumarten, die optimal zu den Gegebenheiten vor Ort passen. Dadurch wird langfristig CO2 gebunden, Lebensraum für eine große Vielfalt an Arten geschaffen und das Waldökosystem stabilisiert.

Maßnahmen

Auf einer Fläche von 0,68 Hektar wurden im Frühjahr 2025 insgesamt 2.805 neue Bäume gepflanzt, insbesondere Eichen, Rotbuchen, Hainbuchen und Spitzahorn. Das Projekt wurde nach einem extern evaluierten Standard gemeinsam mit dem örtlichen Förster umgesetzt.

Unser Wirk-Nachweis

CO₂-Bindung

Durch den Umbau entsteht ein klimaangepasstes Ökosystem, das langfristig als wirksame CO₂-Senke dient. Mit dem Gegenwert von zehn Naturprämien können vier Bäume gepflanzt und ca. 420 kg CO₂ über 100 Jahre gebunden werden.

Floristische Vielfalt

Mit der Pflanzung verschiedener Baumarten erhöht sich die Artenvielfalt deutlich. Der Umbau schafft so die Grundlage für eine vielfältigere, gesündere und resilientere Waldgemeinschaft.

Naturnähe

Schaffung eines naturnahen Waldes durch standortgerechte Baumarten und Mischkulturen. Der neue Waldbestand ist besser an Klimaveränderungen und Schädlinge angepasst und fördert zudem die Artenvielfalt.

Strukturvielfalt

Das Belassen von Totholz und die Schaffung von künstlichen Habitaten wie Vogel- und Fledermauskästen fördern eine vielfältige Struktur des Waldes. Durch diese Maßnahmen entstehen Lebensräume für zahlreiche Tierarten, was zur ökologischen Stabilität des Waldes beiträgt.

"Der Wald weiß sich zwar an Veränderungen anzupassen. Mit der Geschwindigkeit des Klimawandels kommt er aber nicht mit.“

Willi Grundler, Bisinger Forstrevierleiter a.D.

Kooperation und geprüfte Qualität

Regionales Fachwissen, wissenschaftliche Standards und kurze Lieferketten sichern höchste Qualität.

Gemeinsam mit regionalen Partnern

Die Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Forstrevier Hechingen. Das lokale Fachwissen des Revierförsters war entscheidend für die Auswahl geeigneter Baumarten und die Planung der Flächenpflege. Zusätzlich wurde das Projekt durch externe Fachstellen begleitet, um ökologische, forstliche und klimarelevante Aspekte abzustimmen.

Geprüft nach wissenschaftlichem Standard

Alle Maßnahmen wurden nach dem Standard der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg geplant, umgesetzt und dokumentiert. Dieser Standard definiert klare Kriterien für Projektentwicklung, Wirkungskontrolle und Transparenz – für eine wissenschaftlich fundierte Umsetzung.

Regionale Lieferketten & Qualitätssicherung

Für die Pflanzung kamen ausschließlich regionales, TÜV-geprüftes Saatgut und Setzlinge aus der Region zum Einsatz. Auch nach der Pflanzung wird das Projekt regelmäßig überwacht: Fachleute prüfen Baumwachstum, Artenvielfalt und CO₂-Speicherung. So wird gewährleistet, dass Klima- und Naturschutzwirkungen dauerhaft gesichert werden.

Kontakt

Andreas Härer
Referent Klimaschutzstiftung

Tel +49 (0) 711 248 476-31
haerer@bwstiftung.de