Moorrenaturierung und Klimaschutz im Kugelmoos

144.182 € von 200.000 € ausfinanziert von 200.000 € ausfinanziert
72,1 % finanziertfinanziert
8 € entsprechen einer Naturprämie und dem Schutz von einem Quadratmeter Fläche 1 Naturprämie

Moorprojekt in Villingen-Schwenningen

Moor
das ist der alt text für das linke Bild.
Herbststimmung im Moor bei Villingen-Schwenningen
das ist der alt text für das rechte Bild.
Intakte Moore sind echte Klimachampions
Standort
Villingen-Schwenningen (Landkreis Schwarzwald-Baar)
Projektzeitraum
2026 - 2106
Projektfläche
3 Hektar
Ökosystemleistungen
CO₂-Bindung, Wasserqualität und -speicherung, Biodiversität, Klimaanpassung/Mikroklima
Maßnahmen
Verschluss von Entwässerungsgräben durch Sperrenbau oder Sohlanhebung zur Erhöhung des Wasserstands
Voraussichtliche
CO₂-Speicherung
2.800 Tonnen über 80 Jahre

Moore sind echte Klimachampions, sie speichern bis zu fünfmal mehr Kohlenstoff pro Quadratmeter als Wälder und sogar 500-mal mehr als Ozeane. Sie spielen somit eine zentrale Rolle bei der globalen Kohlenstoffbindung und der Reduktion von CO₂ in der Atmosphäre. Damit der gebundene Kohlenstoff langfristig im Boden bleibt und nicht in die Atmosphäre abgegeben wird, müssen die Moore geschützt und feucht gehalten werden. 

Neben der CO₂-Bindung sind Moore wertvolle Hüter der Artenvielfalt. Sie sind Heimat für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, von denen viele an die besonderen Bedingungen der Moore angepasst sind. Der Schutz der Moore sichert die Biodiversität und Stabilität der Ökosysteme. Zudem spielen sie eine wichtige Rolle bei der Wasserspeicherung und der Regulierung des Wasserhaushalts in ihrer Umgebung. Sie können das 30-fache ihres Trockengewichts aufnehmen und helfen dabei, Überschwemmungen und Flutkatastrophen abzumildern. 

Von den ursprünglich rund 1,5 Mio. Hektar Moor in Deutschland gelten jedoch über 90 % als trockengelegt. Die entwässerten Moore verursachen pro Jahr rund 50 Mio. Tonnen CO₂-Emissionen – das entspricht fast 7 % aller Emissionen in Deutschland. Die Renaturierung und Wiedervernässung von Mooren kann daher dabei helfen, CO₂-Emissionen in großem Ausmaß zu verhindern. 

Aus diesem Grund starten wir im Kugelmoos ein Renaturierungsprojekt, das beispielhaft zeigt, wie regionale Partnerschaften wirken. Gemeinsam mit der Stadt Villingen-Schwenningen, dem örtlichen Forst und der Wissenschaft soll das Kugelmoos hydrologisch stabilisiert werden – für weniger Emissionen, mehr Artenvielfalt und einen robusteren Wasserhaushalt. In kooperativer Umsetzung vor Ort entsteht so ein greifbarer Beitrag zu Klima- und Naturschutz. 

Ausgangssituation

Das Kugelmoos ist eine entwässerte Niedermoorrinne am Nordwestrand des Schwenninger Mooses. Randliche Entwässerungsgräben und der Kugelmoosbach senken den Wasserstand, wodurch der Torfkörper austrocknet. Teile der Fläche sind mit Fichten bestockt und weichen von der moortypischen Vegetation ab.

Ziel

Der Wasserstand im Moor soll gezielt angehoben werden, um den Torfkörper zu schützen. Duch die Wiedervernässung werden Treibhausgase dauerhaft im Boden gespeichert und zudem das Ökosystem aufgewertet. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, dass eine moortypische Biodiversität wiederhergestellt wird.

Maßnahmen

Wiedervernässung einer Fläche von ca. 3 Hektar. Im Herbst 2026 wird durch den Bau von Sperren oder Sohlanhebungen und einem damit verbundenen Grabenschluss mehr Wasser im Moor gehalten und somit der Wasserstand auf der Projektfläche erhöht. Das Projekt wird gemeinsam mit Moorexperten der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen geplant und umgesetzt.

Unser Wirk-Nachweis

CO₂-Bindung

Wiedervernässung stoppt die Zersetzung von Torf und reduziert den Ausstoß von Treibhausgasen erheblich. Mit zehn Naturprämien bleibt ca. eine Tonne CO₂ über 80 Jahre im Moor gebunden.

Wasserqualität und -speicherung

Moore wirken wie natürliche Schwämme, sie speichern Wasser und reduzieren den Eintrag von Nährstoffen ins Grundwasser. 

Biodiversität

Moore bieten Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Wiedervernässung unterstützt somit den Schutz der Artenvielfalt. 

Klimaanpassung / Mikroklima

Moore stabilisieren durch Verdunstung und feuchte Oberflächen das lokale Klima, und schaffen ein kühleres, ausgeglicheneres Mikroklima.

"Moore bieten nicht nur Lebensraum für eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, sie wirken auch als natürliche Wasserspeicher und Filter in unserer Landschaft – zugleich sind sie starke Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel. Gegenwärtig sind leider viele Moore in einem schlechten Zustand und akut gefährdet. Hier gibt es großen Handlungsbedarf."

Professor Dr. Markus Röhl, Moorexperte der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, erklärt die Zusammensetzung des Moores und verdeutlicht den Handlungsbedarf

Kooperation und geprüfte Qualität

Vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kommune, Wissenschaft und Klimaschutzstiftung schützt Klima und Biodiversität. 

Gemeinsam mit regionalen Partnern

Planung und Umsetzung erfolgen in enger Kooperation mit der Stadt Villingen‑Schwenningen, dem örtlichen Forstamt und WissenschaftlerInnen der HfWU. Regionales Praxiswissen, behördliche Erfahrung und wissenschaftliche Begleitung greifen dabei ineinander: von der hydrologischen Vorplanung über die Maßnahmenumsetzung bis hin zum Monitoring und zur transparenten Berichterstattung für Öffentlichkeit und Förderpartner. 

Geprüft nach wissenschaftlichem Standard

Alle Maßnahmen folgen dem Standard der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg mit klaren Kriterien für Planung, Wirkungskontrolle und Transparenz. Über die gesamte Laufzeit werden regelmäßige Monitorings von Wasserstand, Vegetation und Boden durchgeführt. Somit werden die Auswirkungen der Maßnahmen auf Ökosystemleistungen erfasst und bewertet. 

Langfristige Qualitätssicherung

Die nachhaltige Wirkung für Klima- und Naturschutz wird durch langfristige Verträge zwischen Flächeneigentümer, Umsetzungspartner und Klimaschutzstiftung gesichert. Sie regeln Nutzung, Pflege und Erhalt der Maßnahmen dauerhaft und schaffen Verlässlichkeit für alle Beteiligten. 

Zum Download Publikationen: Moorrenaturierung

Spendenhinweise

Die Projektmaßnahmen werden ab Ende 2026 auf der Fläche umgesetzt und Spenden für das Projekt über den Klimafonds BW sind ab einem Betrag von 1.000 Euro möglich. Bitte kontaktieren Sie uns dafür direkt.

Kontakt

Andreas Härer
Referent Klimaschutzstiftung

Tel +49 (0) 711 248 476-31
haerer@bwstiftung.de