Agroforstförderung mit dem Plus an Biodiversität

0 € von 0 € ausfinanziert von 0 € ausfinanziert
0,0 % finanziertfinanziert
6 € entsprechen einer Naturprämie und dem Schutz von einem Quadratmeter Fläche 1 Naturprämie

Agroforstsysteme für eine nachhaltigere und widerstandsfähigere Landwirtschaft

Landwirtschaft
das ist der alt text für das linke Bild.
Pflanzgut wird angeliefert
das ist der alt text für das rechte Bild.
Das Förderprogramm ermöglicht die Pflanzung von 1.500 Bäumen
Standort
Baden-Württemberg (an 10 Standorten landesweit)
Projektzeitraum
2026-2036
Projektfläche
Pflanzung von insgesamt 1.500 Bäumen auf landwirtschaftlichen Betrieben
Ökosystemleistungen
CO₂-Bindung, Biodiversität, Erosionsschutz, Wasserspeicherung, Klimaanpassung
Maßnahmen
Anlage von Agroforstsystemen, Umsetzung biodiversitätsfördernder Maßnahmen
Voraussichtliche
CO₂-Speicherung
3.750 Tonnen über 50 Jahre

BWimpact – Agroforst ist ein gemeinsames Programm der Klimaschutzstiftung Baden‑Württemberg, der Klimaschutzorganisation myclimate und dem Umsetzungspartnerin SilvoCultura. Ziel ist es, Agroforstmaßnahmen mit einem zusätzlichen Fokus auf Biodiversität voranzutreiben. Der Ansatz ist in dieser Form neu: Er verbindet die jahrelange Projekterfahrung von myclimate und SilvoCultura im Bereich Agroforst mit der zusätzlichen Förderung von Biodiversität durch die Klimaschutzstiftung. So steigt die Wirkung von Agroforstprojekten für Klima‑ und Naturschutz deutlich.

Statt allein auf Kohlenstoffspeicherung zu schauen, richtet das Programm den Blick auf weitere Ökosystemleistungen: Von Bestäubung durch Wildbienen über die Verbesserung von Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaushalt und Mikroklima bis zur Erhöhung der landschaftsästhetischen Qualität. Zugleich stärken Agroforstsysteme die Anpassungsfähigkeit der Betriebe an den Klimawandel, da sie Hitzestress mindern, Erosion reduzieren und die Resilienz gegenüber Extremwetterereignissen erhöhen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren und widerstandsfähigeren Landwirtschaft. 

Finanziert wird die Umsetzung über einen Förderbeitrag von 100 € pro gepflanzten Baum: 50 € für den Erwerb und die Pflege des Baumes und 50 € für die umgesetzten biodiversitätsfördernden Maßnahmen. Ein Baum steht im Programm für 71,45 m² geförderte Baumkronenfläche – unter seinem Blätterdach entstehen wichtige Lebensräume, die Artenvielfalt, Boden und Klima zugutekommen. Damit unterscheidet sich der Ansatz von anderen Projekten im Klimafonds Baden‑Württemberg: Während sich eine Naturprämie in der Regel auf einen Quadratmeter Bodenfläche bezieht, bildet sie im BWimpact – Agroforst Förderprogramm gezielt die Baumkronenfläche ab. So wird sichtbar gemacht, dass die positiven Effekte von Agroforstsystemen maßgeblich vom Einflussbereich der Bäume ausgehen. Die ökologische Wirkung entfaltet sich dabei weit über die Baumkronenfläche hinaus.

Ausgangssituation

Viele landwirtschaftliche Betriebe in Baden‑Württemberg verfügen bislang über keine Agroforstsysteme oder haben lediglich erste Pilotflächen, die sie ausbauen möchten. Gleichzeitig führen Wetterextreme wie Hitzeperioden und Starkregen, der Druck auf Bestäuberpopulationen sowie die Anforderung an humusaufbauende Bewirtschaftung zu einem wachsenden Bedarf an resilienten, biodiversitätsfördernden Systemen in der Fläche.

Ziel

Zwischen 2026 und 2028 sollen insgesamt 1.500 Bäume gepflanzt werden und somit landwirtschaftliche Flächen aufgewertet und nachhaltiger bewirtschaftet werden. Das Programm begleitet ca. 10 Betriebe, sodass resiliente Agroforstsysteme etabliert und gepflegt werden, die auch für Wetterextreme besser gewappnet sind. Das Programm ist perspektivisch skalierbar.

Maßnahmen

Auf landwirtschaftlichen Flächen in ganz Baden‑Württemberg werden Agroforstsysteme mit mehreren Baumarten angelegt und fachgerecht gepflegt. Ergänzend werden standortspezifische biodiversitätsfördernde Maßnahmen umgesetzt – darunter die Anlage von Strukturelementen, Nisthilfen, Hecken oder Blühstreifen. Die Planung, Beratung und Umsetzung erfolgen gemeinsam mit SilvoCultura nach naturschutzfachlichen Kriterien.

Unser Wirk-Nachweis

CO₂-Bindung

Durch die Pflanzung der hochstämmigen Bäume entsteht ein klimaresilientes Ökosystem, in dem langfristig CO₂ in Gehölz und Boden gespeichert wird. Mit dem Gegenwert von zehn Naturprämien werden ca. 175 kg CO₂ über 50 Jahre gebunden.

Biodiversität

Die Agroforstsysteme schaffen ökologisch wichtige Lebensräume auf der Fläche und fördern damit eine Vielfalt an Arten – insbesondere Bestäuberpopulationen, für die Nahrung, Nistmöglichkeiten und geschützte Strukturen bereitgestellt werden.

Erosionsschutz und Wasserspeicherung

Baumstreifen reduzieren Wind- und Wassererosion, da ihre Wurzelsysteme den Boden stabilisieren und den Abfluss von Wasser verlangsamen. Dadurch steigt zugleich das Wasserspeichervermögen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Starkregenereignissen.

Klimaanpassung / Mikroklima

Die Bäume spenden Schatten, brechen den Wind und erhöhen die Luftfeuchte in ihrer Umgebung, was Hitzestress mindert und ein stabileres, ausgeglicheneres Mikroklima in der Agrarlandschaft schafft. 

Kooperation und geprüfte Qualität

Partnerschaft für Klima und Biodiversität: Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg × myclimate × SilvoCultura

Gemeinsam mit starken Partnern

Die Klimaschutzstiftung Baden‑Württemberg und myclimate koordinieren gemeinsam das Programm: Sie entwickeln Qualitätsstandards, steuern die Umsetzung, koordinieren Öffentlichkeitsarbeit und sichern Transparenz sowie Finanzierung der Naturprämie. SilvoCultura setzt die Maßnahmen in der Praxis um – von der Planung über die Betriebsberatung bis zum Monitoring auf den Flächen.

Geprüft nach wissenschaftlichem Standard

Das Programm basiert auf einem validierten Projektdesigndokument von myclimate sowie einem Anhang zu den biodiversitätsfördernden Maßnahmen. Im Auftrag der Klimaschutzstiftung führt SilvoCultura ein Biodiversitäts-Monitoring auf vier Flächen durch. Dabei werden die Flächen naturschutzfachlich bewertet: der Zuwachs an Biomasse wird erfasst (Gehölzmonitoring) und zentrale Ökosystemleistungen (z.B., Auswirkungen auf die Vielfalt an Wildbienen und Bodenarthropoden) werden gemessen. Auf dieser Grundlage entsteht ein Praxisleitfaden, der zeigt, wie Agroforstflächen naturschutzfachlich wirksam und zugleich praxistauglich gestaltet werden können. 

Langfristige Qualitätssicherung

Die Maßnahmen sind über 10 Jahre vertraglich gesichert, mit Option auf eine Verlängerung um weitere 10 Jahre. Bei Ausfällen während der Projektlaufzeit besteht eine Nachpflanzpflicht für die beteiligten Betriebe, sodass die hochstämmigen, langlebigen Bäume langfristig im Agroforstsystem erhalten bleiben. Regelmäßige Monitorings prüfen die korrekte Umsetzung der Maßnahmen sowie den Zustand und die Entwicklung der Agroforstflächen.

Sie haben Fragen zum Klimafonds BW?

Kontaktieren Sie uns gerne oder buchen Sie direkt einen Termin mit uns.

Zur Terminauswahl

Kontakt

Andreas Härer
Referent Klimaschutzstiftung

Tel +49 (0) 711 248 476-31
haerer@bwstiftung.de